Tinnitus äußert sich als Ohr- oder Kopfgeräusch, das von Betroffenen sehr unterschiedlich wahrgenommen wird. Häufig wird von hochfrequentem Pfeifen, Zischen, Klirren oder Brummen berichtet – teils ein- oder beidseitig. Im günstigsten Fall werden diese Geräusche zwar wahrgenommen, stören die Betroffenen aber nicht und beeinträchtigen die Lebensqualität kaum. Man spricht dann von einem kompensierten Tinnitus.
Anders kann es sein, wenn die Ohrgeräusche mit psychischen Belastungen wie Depressionen, Ängsten, Konzentrations- oder Schlafstörungen einhergehen. Betroffene fühlen sich den Tinnitusgeräuschen oft hilflos ausgesetzt, empfinden Kontrollverlust, Unfähigkeit zur Entspannung und Hoffnungslosigkeit. Dies wirkt sich stark negativ auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität aus. In diesem Fall spricht man von einem dekompensierten Tinnitus.
Für das Entstehen von Tinnitus können unterschiedliche Ursachen ausschlaggebend sein. Nach aktuellem Wissensstand entstehen die Geräusche nicht direkt im Innenohr, sondern im Gehirn. Eine medizinische Abklärung ist in jedem Fall empfehlenswert.
In der psychologischen Behandlung stehen vor allem kognitive Bewältigungsstrategien im Vordergrund, die helfen, Gelassenheit und Akzeptanz gegenüber den Tinnitus-Geräuschen aufzubauen. Gezielte Aufmerksamkeitslenkung, Stressbewältigung und Entspannungsmethoden tragen zusätzlich dazu bei, besser mit der Belastung umzugehen und die Lebensqualität zu steigern.